Welche Wanderschuhe soll ich kaufen?

Das wichtigste Kriterium, das ein guter Wanderschuh erfüllen muss: Er sollte bequem sein und perfekt sitzen! Drückt, zwickt oder scheuert er irgendwo, kann die schönste Tour schnell in eine Tortur umschlagen. Hat sich gar eine Blase gebildet, wird jeder Schritt zur Qual – und das Wanderglück für die nächsten Tage ist mit dahin. Doch nicht nur dieses „Worst Case“-Szenario gilt es zu vermeiden: Der Schuh sollte auch ausreichend Halt für den geplanten Anwendungsbereich liefern und möglichst auch in schwierigen Situationen für Trittsicherheit sorgen. Die erste Frage, die sich beim Kauf eines neuen Wanderschuhs stellt, lautet daher: Was habe ich vor, wo will ich hin? Kann ich ein bestimmtes Gelände kategorisch ausschließen? Brauche ich den Schuh für Tagestouren, oder bin ich tagelang samt Gepäck unter- wegs – zum Beispiel auf einer Pilgerreise? Schon durch diese Antworten lässt sich die Auswahl an geeigneten Kandidaten erheblich einschränken. So sind Halbschuhe allenfalls etwas für ausgedehnte Spaziergänge auf befestigten Flachlandwegen.

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Im Mittelgebirge sind Modelle mit mindestens knöchelhohem Schaft angebracht. „Je unwegsamer das Gelände und je schwerer das Gepäck, desto höher sollte der Wanderschuh geschnitten sein, damit er die Gelenke ausreichend stützt und Verletzungen vorbeugt“, betont Heiko Klein, Wanderschuh-Experte und Produktmanager bei McKinley. Robuste Wander- und Bergstiefel für anspruchsvollere Tagestouren besitzen dabei eine eher feste bis verwindungssteife Sohlen-konstruktion, um auch ruppige Wege und wegloses Gelände sicher zu meistern. Steine und Wurzeln können nicht so schnell durch-drücken. Trekkingstiefel für Mehrtagestouren weisen in der Regel einen etwas weicheren Flex auf und rollen entsprechend auch run- der ab. Im Idealfall sitzt der Abrollpunkt direkt unter dem Ballen. Eine weitere Alternative für Flachland- und Mittelgebirgstouren sind Leichtwanderstiefel, die sich durch ihr geringes Gewicht und eine eher weiche Dämpfung sowie geschmeidiges Abrollen auszeichnen. Dadurch lassen sie sich meist sehr komfortabel und energiesparend laufen – eine gute Wahl für Tagestouren auf befestigten Wegen und Pfaden. Bei härteren Aktionen stoßen sie allerdings an ihre Grenzen.

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Eine Hilfe für den Griff nach dem richtigen Wanderschuhtyp bie- ten auch die Kategorien, nach denen viele Hersteller ihre Produkte gliedern. Üblicherweise wird dabei – nach einem Standard von Alfons Meindl – in die Schuhkategorien A bis D unterteilt: Schuhe der Kategorie A eignen sich demnach für befestigte Wege im Alltag. Modelle der Kategorien A/B bis B sind das, was den Anforderungen für leichte bis anspruchsvollere Wanderungen in Flachland und Mittelgebirge entspricht. Ab B/C meistern die Schuhe auch schon extremere Trekking- und Wanderaktionen. Die Kategorien C und D bezeichnen die richtigen Modelle für Hochgebirgs- oder Gletscher- touren. Allerdings: Was der eine Hersteller in die eine Kategorie steckt, packt der andere oft schon in die nächste. Klare Normen gibt es hier nicht. Mehr als dem Etikett sollten Sie daher Ihrem Gefühl vertrauen, welcher Schuh für Ihre Zwecke der Richtige ist.

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